Rheinuferstaaten
(1): Den Rheinuferstaat
Deutschland gibt es um diese Zeit erst wieder seit 10 Jahren (seit 1871). Jetzt gerade, also im Jahr
1880, und noch für die nächsten zehn Jahre, ist Bismarck Reichskanzler in dem frisch gegründeten deutschen Kaiserreich.
Bismarck hat sich durch seine Arbeit in dieser Periode soviel Anerkennung verdient, dass wir praktisch überall in Deutschland auf Straßen treffen, auf Plätze und auf Türme, die nach ihm benannt sind. Sogar Heringe gibt es mit seinem Namen.
Vor dem deutschen Kaiserreich von 1871 gab es als
Rheinuferstaaten die Staaten
Schweiz, Frankreich, Baden, Bayern, Hessen, Nassau, Preussen und die
Niederlande. Es wundert dann nicht, wenn die Steuerkommandos auf den großen Rheinflößen nicht „Steuerbord“ hießen und auch nicht „Backbord“, sondern „
Hessenland“ und „
Frankenland“.
Wie schwierig das Zusammenleben der vielen Uferstaaten manchmal war, kann man an dem Versuch beobachten, für den Rheinlauf eine
durchgehende Kilometrierung zu erstellen: Die Kilometrierung war schon 1831 von allen Rheinuferstaaten beschlossen worden.
1880, also fünfzig Jahre später, gab es zwar weniger Rheinuferstaaten als 1831, aber man war trotzdem gerade erst zu dem Punkt gekommen, dass man in einem zweiten Anlauf, diesmal aber mit einheitlichem Meßsystem, noch mal ganz von vorne anfangen sollte. 1906, das sind sechsundzwanzig Jahre nach dem zweiten Anlauf, war dann alles ausgemessen. Eingeführt war die durchgehende Kilometrierung trotzdem erst 1941.
(?) Erst von diesem Jahr an war eine Kilometerangabe auf dem Rhein eine eindeutige Ortsbezeichnung.
. . . . ... Klick.