Das ist die Vorlandbrücke der Mainzer Südbrücke. 1880 saß der Maler dort oben, und hat die Ansicht von Mainz aufgenommen. Im Bild werden 1902 gerade stärkere Bögen eingehängt. Seit dem Bau der Brücke wurden die Eisenbahnwagen inzwischen schwerer gebaut. Mit den schwereren Zügen geriet aber die ursprüngliche Brücke schon bei langsamer Fahrt seitlich ins Schwanken.
Die Treidelleine dieses Museumsschiffers hängt nicht oben sondern unten und nutzt sich ab. Wenn sie am Ufer hängen bleibt, verliert der Kahn an "Gang" und der Schiffer verliert seine Steuerkraft. Das träge Schiff muß dann erst wieder neu in Bewegung gebracht werden. (Das Museum ist informiert.)
Auch hier vorne sind gerade zwei aneinander gekoppelte Kähne zu sehen. Es sind in diesem Fall Neckarschiffe, die gemeinsam eine Plattform tragen. Für das damalige Wasserstraßenamt stellen sie eine Arbeitsplatform.
So voll war es ungefähr 1930 auf der Mainzer Reede. Das sind alles Schleppschiffe, d.h. sie haben alle keinen eigenen Antrieb und sind hier "abgelegt" worden. Am Ufer und vor der Brücke hinten ganz schlecht zu erkennen die entsprechenden Schleppboote, in diesem Fall Raddampfer..
"Die Ruhr" war bis 1887 in Fahrt. Sie war 1845 mit 180 PS gebaut und gehörte seit 1880 Franz Haniel. Sie wurde natürlich zum Schleppen benutzt, aber sie hat auch fast 1000 Zentner Ladung genommen. "Die Ruhr" war ganz aus Eisen gebaut.
Das ist wahrscheinlich die "Bingerbrück". Die Bingerbrück war ein Personendampfer der Mainzer Eisenbahndirektion. Die Kontur rechts neben dem Schornstein, das ist der Steuermann und neben ihm eine Huze zur Belüftung des Maschinenraums. Mit viel Fantasie kann man die Passagiere
Das hier ist die Zeichung eines Dorstener Schiffes. Die Dorstener "Aaken" hatten einen flach hochgezogenen Bug, die Dorstener "Schiffe", wie dieses hier, waren "auf Steven gebaut", d. h. sie hatten einen spitz zulaufenden Bug. Auf Bildern ist das manchmal
Ist da zufällig jemand von uns dabei? Die Badeanstalt Ludwig Schell, Mainz Winterhafen, in den fünfziger Jahren.
Für jede Überfahrt mußte der Zug zweimal umkoppeln, einmal vor und einmal nach der Brücke. Die kleine stolze Spezial-Lok muß hier schon überschüssigen Dampf rauslassen, bis der Fotograf endlich richtig im Bild sitzt. (Postkarte 1918 verschickt.)
Mainz um 1880.
(1) Man erkennt es nicht sofort, aber merken tut man es doch: der Maler dieses Bildes hat tatsächlich allerneueste Technik für sich genutzt.
Links ausserhalb des Bildes geht nämlich erst seit kurzem (seit 1862) eine Eisenbahnbrücke über den Rhein, die Mainzer Südbrücke. Die Vorlandbrücke, die über das Rheinvorland an diese Eisenbahnbrücke heranführt, hat der Maler als seinen erhöhten Standort benutzt
(ansehen). Dadurch hatte er diesen Überblick auf Mainz, wie er hier in dem flachen Vorland sonst nicht erreichbar war. Insgesamt war diese Brücke erst die zweite feste Verbindung über den Rhein überhaupt. Die erste feste Verbindung über den Rhein war die Kölner Dombrücke von 1859, auch die damals erst 20 Jahre alt.
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(2) Von rechts fließt hier der Main in den Rhein. Die Ufer waren damals noch weitgehend unbefestigt, die Mainspitze am Bildrand unten wird lediglich durch eine Kiesbank gebildet.
Interessant sind die drei Kähne rechts, die gerade aus dem Main kommen. Sie fahren "mit kaltem Druck" oder "auf sich": sie fahren ganz ohne Antrieb. Nach dem holländischen Wort stevelen nannte man diese Fahrt auch "stiefeln". Diese Technik ist auf den älteren Ansichten des Rheins häufig zu beobachten. Schätzungsweise bis nach dem ersten Weltkrieg oder noch länger wurde z.B. am Niederrhein
dann nach rechts versetzt.
Es sind drei Mainschelche. Man erkennt diesen Schiffstyp in dieser Ansicht an dem dreieckigen Entenbürzel-Heck. Die Form stammt noch aus dem Mittelalter. Sie repräsentiert eine der verschiedenen Techniken, einfache und robuste Schiffsenden herzustellen, wenn man
Mittelalter bis Köln und sicher auch noch viel weiter gekommen. Schon wenige Jahre nach diesem Bild hier trifft man diese Form dann nur noch selten.
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(3) Die vorne fahrenden beiden Mainschelche sind aneinander gekoppelt und fahren gemeinsam. Mit kaltem Druck fahren sowieso alle gleich schnell oder gleich langsam, ausserdem hat man auf diese Weise mehr Besatzung zur Hand. Hier gibt es aber noch einen besonderen Grund dafür, das ist ihre Ladung. Sie tragen gemeinsam eine Plattform.
(Beispiel ansehen) Es sind Steinschiffe vom Main, die z.B. Steinplatten aus Steinbrüchen vom Oberlauf des Mains bringen. Mit einer Plattform auf Deckshöhe über zwei Schiffe, wie hier, konnte man natürlich viel größere und viel schwerere Stücke transportieren. Die beiden Schiffe nebeneinander boten dabei auch gößere Stabilität. Auf der flachen Platform läßt sich schon sehr vieles nur mit einfachen Rollen und Keilen bewegen, das ergibt beim Laden und Löschen eine gewisse Unabhängigkeit von Kranen.
Der ganz rechts stehende Mast der drei Mainschelche ist der Druckwerkstatt bei der Herstellung dieser Abbildung verrutscht. Er gehört nicht auf den vorderen, sondern auf den rechten, auf den angehängten Kahn. Schiffe ohne Mast sind in der Zeit nämlich ausgesprochen selten. Man brauchte den Mast beim Treideln. Die Treidelleine muß hoch befestigt sein, beispielsweise im Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim ist das nicht
korrekt rekonstruiert (ansehen). Man brauchte den Mast um Segel zu setzen beim "Stiefeln" (s. Text (2)) und man brauchte ihn auch beim Laden und Löschen mit einem Mastbaum.
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(4) Der Segler unten neben der Mainspitze segelt mit dem Strom zu Tal. Die Darstellung seines Segels ist zwar etwas undurchsichtig, er will aber wohl in die Mainmündung. Die drei Steinschiffer jedenfalls verzichten auf die Unterstützung durch Segel, ihnen reicht die Fahrt die sie allein mit kaltem Druck, mit ihrer Fahrt "auf sich" erreichen.
Links von der Bildmitte fährt ein Personendampfer stark rauchend zu Tal. Diese Schiffe nannte man damals Schnellschiffe oder Expressdampfer. 1880 gab es vier Schiffe dieses Typs. Sie waren für die Linie Köln - Mainz gebaut. Sie hatten unvorstellbare 1000 PS und fuhren damit 15 und 16 km/h gegen den Strom (Frachtschifffahrt heute zw. 8 und 12 km/h). Bemerkenswert an diesen Schiffen war auch die Spezialisierung auf den reinen Fahrgastbetrieb, das war damals nicht selbstverständlich. Auch der große geschlossene Aufbau war keineswegs alltäglich. Oft wurden die Passagiere nur auf Bänken und ganz im Freien befördert. Die Schnellschiffe haben auf späteren Ansichten ihre Radkästen farblich stärker in den Schiffskörper integriert und haben das hier rund dargestellte Dach
als Fahrgastdeck
Drüben auf der anderen Rheinseite, wo die vielen Schiffe liegen, ist die Mainzer Reede. Die Schiffe ankern dort, wenn sie auf Ladung oder auf Schlepper warten. Zur Zeit ist die Reede praktisch genauso stark belegt wie auch Jahre später, in der Blütezeit der Schleppschifffahrt
(ansehen)
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(5) Dampfer, die wie drüben auf der Reede ausser den Schornsteinen auch noch Masten hatten zum Segeln, kamen in der Zeit noch vor. Windkraft war naturgegeben und kostenlos. Traditionell viel es schwer, dieses Angebot zu ignorieren. Die Dampfer waren damals auch nur unter anderem als Schlepper tätig, meistens haben sie Fracht und Passagiere gefahren
(andere Dampfer ansehen). Die ungewohnt
Die eigentliche Attraktion auf diesem Bild ist aber der Segler in der Bildmitte. Es ist eine "Dorstener Aak".
(Zeichnung ansehen) Diese Schiffsform kommt vom Niederrhein. Die Durchfahrt durch das Binger Riff war zu der Zeit schon 20 m breit. Für die Talfahrt gab es die letzten 20 Jahre ausser dem Loch auch noch ein zweites Fahrwasser, flacher als das Fahrwasser im Loch, aber 80 m breit. Wie die drei Mainschelche fährt auch diese Aak mit kaltem Druck zu Tal. Sie verläßt sich dabei aber nicht allein auf den Druck ihres Ladungsgewichtes, sie hat dazu noch Segel gesetzt. Segel waren auf dem engen Wasser der Nebenflüsse seltener, auf dem Rhein wurden in der Talfahrt aber oft Segel gesetzt. Auf dieser Strecke, hier vor Mainz, nimmt die Strömung die Schiffe beispielsweise mit gut 4-5 km/h mit sich mit. Der Schiffer konnte damit auch ohne echten Wind schon in seinem eigenen Fahrtwind segeln, im sogenannten scheinbaren
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(6) Direkt hinter der Dorstener Aak liegen am Ufer zwei schwimmende Wasch- oder Badehäuser. Wasserhähne mit fliessendem Wasser gibt es ja noch nicht, da bot das immer strömende klare Wasser des Rheins, siehe Vordergrund, natürlich einen verlockend bequemen Spülvorgang für die Wäsche. Badehäuser erkennt man auch schwach auf der Postkarte aus den 30er Jahren
(ansehen, das Vordere dunkel, hinten eines nur als heller Streifen). Auch nach dem Krieg gab es hier ein Schwimmbad
(ansehen)
Weiter rechts schließlich die Mainzer Schiffbrücke. Für die Schiffsdurchfahrten mußte sie jeweils geöffnet werden. Bei diesem Bild hier ist da in den nächsten zwanzig Minuten wohl noch einiges zu tun. Ihr Betrieb brauchte über 20 Mann je Schicht und es gab natürlich immer wieder lange Wartezeiten auf dem Wasser und auf der Straße. An der Stelle dieser Schiffbrücke steht deshalb schon fünf Jahre später eine feste Brücke. Die alte Schiffbrücke hat sogar mit ihrem Ende noch Geld gebracht, sie wurde nämlich verkauft, nach Köln. Dort gab es in Köln - Mühlheim bis 1927 eine Schiffbrücke. Auch von Köln nach Deutz kam man mit einer Schiffbrücke. Die
letzte
aber sogar die Eisenbahn hat zu der Zeit Schiffbrücken benutzt. Sowohl in Speyer gab es eine Eisenbahnschiffbrücke als auch in Karlsruhe. Beide waren bis 1938 in Betrieb
(die von Speyer ansehen).
Mainz 1880
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Ansicht von Mainz
(B 00)
Der Rhein, Aquarelle von C.P.C. Köhler mit Schilderungen und
Sagen, ausgewählt von Dräxler - Manfred C.P.C. Köhler C. KÖHLER'S Verlag
Darmstadt. Ohne Jahresangabe.
Bild von der Vorlandbrücke,
Bild von der Eisenbahnschiffsbrücke und ausserdem viele Brückeninformationen
(B 47)
Eisenbahn-Rheinbrücken in Deutschland, Hans-Wolfgang Scharf,
EK-Verl. Freiburg [Breisgau] : 2003. (Eisenbahn-Kurier) 307 S. : zahlr.
Ill., Kt. ; 31 cm ISBN 3-88255-689-7 Pp.
Postkartenausschnitt gekoppelte Kähne
(A 26)
Mannheim Hafenpartie (Mühlauhafen) Die Aufnahme wird in
(B 63)
Mannheim auf Kurs Hafen- und Schifffahrtsgeschichte der Stadt an Rhein und Neckar,
Hanspeter Rings,
Verlag v. Brandt Mannheim 2003 - 1. Aufl.. 197 S. : Ill., Kt. ; 20 x 21m, 552 gr (Kleine Schriften des Stadtarchivs Mannheim, Nr. 20) ISBN 3-926260-57-2 kart. : EUR 16.00,
auf Seite 107 auf 1895 datiert.
(vollständige Karte ansehen)
Bild vom Treideln (Rekonstruktion nicht richtig)
(B 52)
Rundgang, Hrsg. Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim,
Museumsrundgang, Ohne Jahr, gekauft 2002.
Postkarte Reede Mainz
(A 36)
Mainz a.Rh. von der Eisenbahnbrücke aus gesehen. Ludwig Feist, Mainz, 146 gesch. Echte Photographie.
12.9.1933 gelaufen. Hindenburg – Marke
Dampfer "Die Ruhr"
(B 64)
Historisches vom Strom Bd. 10. Die Rheinschiffahrt vom Treidelschiff zum Containerliner.
Helmut Betz,
Verl. Krüpfganz, Duisburg 1. Aufl.. - 1994. - 135 S. : zahlr. Ill., Kt. ; 31 cm ISBN 3-924999-09-0 Pp. : DM 48.00
Die Information stammt teilweise auch aus: (B 59)
Old-Timer der Rheinschiffahrt 150 Jahre Dampfschiffahrt auf dem Rhein.
Kurt Hill Hrsg. I.Teil Dr. Heinz Weber, II. Teil August Linder
Binnenschiffahrts-Verlag GMBH, Duisburg-Ruhrort o. Jahr kart.
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Seite 2
Dampfer "Bingerbrück"
(B13)
Dampfer auf dem Rhein in alten Ansichten
Alfred Oehmig.
Steiger, Moers 1980, 128 S. : überwiegend Ill. ; 24 cm ISBN 3-921564-26-3 Pp. : DM 35.00
Zeichnung Dorstener Schiff
(B 42)
Schepen die verdwijnen Sopers, P. J. V. M.,
Bewerkt door H. C. A. van Kampen,
HOLLANDIA Uitgevereij Haarlem 2000 27cm 162 S. zahlr. Zeichn. Nachdruck, vierte Auflage. ISBN 90 6410 300 3 Gewebe. Die Originalausgabe dieses Buches erschien 1947, sieben Jahre nach dem Tod des Autors.
Information: Dorstener Aaken bis nach Antwerpen
Spiegel der Zeilvaart Nr. 10 / 22e jaargang / december/januari 1998/1999, S.17.
Bild vom Schwimmbad im Rhein
(B 39) Der Rhein gestern, heute, morgen 1947 bis 1997, [Hrsg.: Ministerium
für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz. Red.: Irene Krauß-Kalweit ...].
Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz, Mainz :1997. - 88 S.
: zahlr. Ill., graph. Darst., Kt. ; 21 x 30 cm ISBN 3-00-00-1815-8 kart.
Text dazu
ohne Text
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